Blutdruckmessgeräte

Hoher Blutdruck (Hypertonie) hat sich mittlerweile zu einem Volksleiden entwickelt. Rund ein Fünftel der Menschen in Deutschland haben Blutdruckwerte, die höher sind als 120 zu 80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Sind die Werte auf Dauer sogar höher als 140 zu 90 mmHg, liegt ein leichter Bluthochdruck vor. Werte über 180 zu 110 mmHg zeigen einen massiven Bluthochdruck an.

Experten sehen dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte als Grund für schwere Folgeschäden. Hohe Blutdruckwerte erhöhen beispielsweise das Risiko, an einem Schlaganfall, Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) oder an einem Herzinfarkt zu erkranken und sollten deshalb behandelt und regelmäßig kontrolliert werden.

Zu Hause in Ruhe den Blutdruck kontrollieren


Sicher kennen Sie das aus eigener Erfahrung: Sitzt man dem Arzt gegenüber, ist der Blutdruck oft höher als zu Hause. Er kann bei körperlichen Belastungen oder unter Stress erhöht sein, was für einen gesunden Menschen kein Problem darstellt. Ist der Wert jedoch langfristig zu hoch, führt das zu gesundheitlichen Problemen. Um das zu vermeiden, empfehlen Ärzte eine gesunde Lebensweise unter Vermeidung aller schädlichen Einflüsse. Wenn das alleine nicht ausreichend ist, werden blutdrucksenkende Medikamente verordnet.

 

Dank der modernen Blutdruckmessgeräte ist es nicht erforderlich, zur Kontrolle des Blutdrucks den Arzt aufzusuchen. Die Geräte sind leicht zu bedienen und arbeiten automatisch, sodass wenige Fehlerquellen vorhanden sind.

Wie funktioniert ein Blutdruckmessgerät?

Für den Hausgebrauch sind Blutdruckmessgeräte erhältlich, die nach wenigen Minuten ein zuverlässiges Ergebnis abliefern. Zum Blutdruck messen legen Sie die Manschette des Gerätes um den linken Oberarm ungefähr auf Herzhöhe an. Anschließend betätigen Sie die Start-Taste des Gerätes. Die Messung wird eingeleitet und kann nach wenigen Augenblicken abgelesen werden. Häufig ist auch eine optische Kennzeichnung in den Ampelfarben vorhanden. Sie können auf einen Blick erkennen, ob der Wert sprichwörtlich im grünen Bereich liegt. Das genaue Messergebnis wird zusätzlich in Zahlen angezeigt.

 

Bei der Messung wird die Armmanschette mit Luft aufgepumpt, um durch den entstehenden Druck die Arterie für kurze Zeit zusammenzudrücken. Dann beginnt die Luft langsam zu entweichen, sobald das Blut wieder durchfließen kann, wird der erste Wert gemessen. Dies geschieht durch die oszillometrische Methode. Das Gerät misst die Schwingungen, die durch die pulsierenden Blutgefäße entstehen und errechnet daraus den Blutdruck. 

 

Der erste gemessene Wert ist der systolische, der zweite Wert ist der diastolische Druck. Die Systole wird gemessen, wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht und das Herz Blut in die Aorta pumpt. Zeitgleich schickt die rechte Herzkammer Blut in den Lungenkreislauf, zu diesem Zeitpunkt ist der Blutdruck am höchsten. Bei der Diastole wird der Wert in der Entspannungsphase des Herzens gemessen. Wenn die Herzkammern sich erweitern, um neues Blut einfließen zu lassen, ist der Blutdruck am niedrigsten.

Die verschiedenen Arten der Blutdruckmessgeräte: Handgelenk oder Oberarm

Beim Arzt wird Ihr Blutdruck in der konventionellen Methode häufig durch ein manuelles Gerät (Bosch & Sohn egotest aneroid) ermittelt. Sie wurde bereits im 19. Jahrhundert vom italienischen Arzt Riva-Rocchi genutzt. Er benutzte eine Gummimanschette und eine Quecksilber-Säule, um den Wert festzustellen. Bis heute ist die Maßeinheit "mmHg = Millimeter-Quecksilbersäule" geblieben. Jedoch wird zusätzlich das Stethoskop dazu benutzt, um das Pulsgeräusch zu hören. Auf diese Methode ist der russische Militärarzt Nikolai S. Korotkow 1905 gekommen und bis heute wird diese Art der Messung als Grundlage für Studien genutzt.

 

Die elektrischen Blutdruckgeräte für den Oberarm sind Geräte für den Hausgebrauch (Blutdruckmessgerät medicus control). Sie sind einfach zu bedienen und haben wenige Fehlerquellen. Es ist in der Regel auch ohne Hilfe möglich, die Manschette um den linken Oberarm zu legen und das auf dem Tisch stehende Gerät zu bedienen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Tasten und die Anzeige deutlich abgelesen werden können.

 

Tipp: Achten Sie auf die richtige Länge der Manschette. Die Länge sollte passend für Ihren Oberarm sein!

 

Leichter und einfacher zu bedienen sind Handgelenkgeräte - eine Kombination aus Messgerät und Manschette. Wenn Sie das Gerät um das linke Handgelenk befestigt haben, sollte es beim Messvorgang ungefähr auf Herzhöhe gehalten werden. 

Wie sicher sind Blutdruckmessgeräte für zu Hause?

Die Deutsche Hochdruckliga hat herausgefunden, dass jede vierte bis sechste Messung falsche Ergebnisse abliefert. Die Oberarmgeräte liefern grundsätzlich genauere Ergebnisse, weil sie die Messung automatisch auf Herzhöhe vornehmen. Handgelenkgeräte müssen ruhig in dieser Höhe gehalten werden, was für manche Menschen schwierig ist.

 

Viele Hersteller sagen in ihrer Beschreibung nichts darüber aus, ob das Gerät mit der akustischen Methode oder der oszillometrischen Methode misst. Bei der akustischen Methode „hört“ das Gerät mit einem Mikrofon den Pulsschlag, bei den oszillometrischen Geräten misst es die Schwingungen, die der Blutdruck an den Gefäßwänden erzeugt. 

 

Tipp: Patienten, die an Herzrhythmus-Störungen leiden, sollten besser ein akustisches Gerät verwenden.

 

Aufgrund der nicht erkennbaren Messmethode (akustisch oder oszillometrisch) können die Geräte im Vergleich leicht abweichende Werte anzeigen. Blutdruckmessgeräte unterliegen zwar dem Medizinproduktegesetz, das garantiert aber noch nicht die zuverlässige Messgenauigkeit. Erst das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga besagt genau Ergebnisse. Wenn Sie sich vor dem Kauf darüber informieren möchten, welche Blutdruckmessgeräte genau arbeiten, liefert Ihnen die Stiftung Warentest nicht nur dazu Auskunft, sondern auch über die Benutzerfreundlichkeit der getesteten Geräte.

Wo Blutdruckmessgerät kaufen?

Es gibt verschiedene Einkaufsquellen für Blutdruckmessgeräte. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Angebote die zuvor erwähnten Prüfungen und Tests durchlaufen haben. Das kann bedeuten, dass das günstige Gerät aus dem Discounter ungenau misst und Ihnen deshalb nicht die richtigen Werte anzeigen kann. Sie finden gute und geprüfte Blutdruckmessgeräte auf jeden Fall in Ihrer Apotheke, ganz einfach können Sie diese auch in unserem Onlineshop erwerben.

Wie teuer sind Blutdruckmessgeräte?

Der Preis muss dabei nicht unbedingt etwas über die Qualität und die praktische Handhabung aussagen. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Gerät mit der für Ihren Oberarm passenden Manschette ausgestattet ist. Für kräftige Oberarme gibt es Geräte mit XL-Manschetten. Ebenfalls sehr wichtig ist ein gut lesbares Display. Möchten mehrere Familienmitglieder ihren Blutdruck regelmäßig messen, ist es sinnvoll, wenn mindestens zwei Speicherplätze vorhanden sind. Je nach Ausstattung sind die Geräte bereits in einem Preisbereich zwischen 60 € und 100 € erhältlich. 

Lassen Sie Ihr Blutdruckmessgerät regelmäßig eichen – das garantiert Messgenauigkeit

Alle Messgeräte sollten im Abstand von 2 Jahren geeicht werden – auch das Blutdruckmessgerät zu Hause. Dadurch wird gewährleistet, dass es stets genaue Werte messen und anzeigen kann. Selbst wenn diese Werte zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedlich ausfallen, Messgenauigkeit ist die nötige Basis für eine wirkungsvolle Therapie und Kontrolle.

Wo Blutdruckmessgerät eichen?

Grundsätzlich ist das zuständige Eichamt für diese Prüfung zuständig. Die meisten ortsansässigen Apotheken bieten in regelmäßigen Abständen Termine an, in denen ein Prüfer des Eichamtes in der Apotheke vor Ort die Messung vornimmt. Die Gebühren für die Eichung sind bundesweit einheitlich und betragen 11,90 €.

 

Sollte das Gerät Werte ermitteln, die erfahrungsgemäß nicht zu Ihnen passen oder die nicht zu Ihrem körperlichen Befinden passen, prüfen Sie im ersten Schritt, ob die Stromversorgung bzw. die Batterien noch in Ordnung sind. Liegt der Fehler innerhalb der gesetzlichen Garantiezeit, setzen Sie sich mit dem Gerätehersteller in Verbindung. Die Prüfung ist dann für Sie kostenlos.